Home
Aktuelles
Landshuter Hochzeit 1475
Links
Lesungen/Vorträge
Schreibwerkstatt
Der Tuchhändler
Der Jahrtausendkaiser
Eine Messe für die Medici
Die schwarzen Wasser
Das Spiel des Alchimisten
Die Sieben Häupter
Die Tochter des Bischofs
Tatort Bayern
Im Schatten des Klosters
Der Sohn des Tuchhändlers
Die Braut des Florentiners
Die Teufelsbibel
Die Wächter der Teufelsbibel
Die Erbin der Teufelsbibel
Die Pforten der Ewigkeit
P.M. History
Gästebuch
Weblog
 







ISBN Originalausgabe: 3-7857-2080-7 (erhältlich ab Februar 2002)

Bestseller-Platzierung vom 08.03.2004: Platz 34!



Venedig 1478. Die Stadt ist die Herrin des Mittelmeeres, die bedeutendste Handels-metropole der christlichen Welt. Als in den trüben Wassern um das Arsenal vor den Augen Peter Bernwards die Leiche eines Kindes geborgen wird - offenbar die des Kaufmanns-sohnes Pegno Dandolo - scheint dies zunächst gar nicht in die Pracht und Schönheit der Umgebung zu passen. Doch es kommen weitere Kinder ums Leben, zwei Gassenjungen, die als Zeugen gesucht wurden. Wussten sie zu viel? Der deutsche Kaufmann beschließt, den wenigen Spuren nachzugehen.

Nach und Nach gerät Peter Bernward in ein Netz aus Verbrechen und Intrigen, das ihm die dunkle Seite der Stadt offenbart. Venedig befindet sich in der Abenddämmerung seiner Macht; aber in den Abgründen hinter der glänzenden Fassade herrschte bereits finsterste Nacht. Und die ersten, die den düsteren Machenschaften zum Opfer fallen, sind die Kinder.



Im Kampf um die Macht zählt ein Menschenleben nur so viel, wie es zur Erlangung des begehrten Ziels nützt. Peter Bernward und Jana Dlugosz haben dies in Florenz am eigenen Leib erfahren, als sie in den Aufstand gegen Lorenzo de Medici verwickelt wurden. Nun befinden sie sich auf dem Heimweg ins Deutsche Reich. Als sie in Venedig haltmachen, weil Jana erkrankt, macht Peter Bernward die Erfahrung, dass auch in der Serenissima hinter den Kulissen ein gnadenloser Kampf tobt: Nicht um politische Macht, sondern vorrangig um Geld, doch in der bedeutendsten Handelsmetropole der christlichen Welt ist das Geld der wesentliche Machtfaktor.
Voll Sorge um seine Gefährtin,deren Gesundheitszustand schreckliche Erinnungen an den Tod seiner Frau vor zehn Jahren in weckt, kann Peter Bernward doch nicht umhin, den merkwürdigen Todesfällen nachzugehen. Kinder sind diesmal die Opfer, und Peter Bernwards Charakter sowie sein persönliches Schicksal lassen es nicht zu, dass er seine Augen abwenden kann.


In welcher Verbindung steht der mächtige Zehnerrat Giovanni Falier mit Pegno Dandolos Vater? Was bedeutet es, dass der Sklavenhändler Barberro die Märkte der Stadt nach jungen Knaben absucht? Was geschieht noch im Haus der Rara de Jadra, wo mittellose Mädchen eine barmherzige Unterkunft finden? Was hat die Kurtisane Fiuzetta mit all dem zu tun, die junge Frau, die vom Verkauf ihres Körpers lebt und angstvoll festgestellt hat, dass in diesem Körper ein Kind heranwächst?

Während Peter die Antworten zu diesen und vielen anderen Fragen sucht, stößt er immer wieder mit einem Mann zusammen: dem Geheimpolizisten Paolo Calendar. In Paolos Augen ist Venedig ein hochkomplizierter Mechanismus und die Geheimpolizei das Öl im Getriebe der vielen tausend Rädchen; Fremde wie Peter Bernward jedoch die Sandkörnchen, die den ungehemmten Lauf der Rädchen ins Stocken bringen können. Paolo hat jedoch auch ein persönliches Motiv, die Einmischung Peter Bernwards übel zu nehmen, eines, von dem seine eigene Existenz abzuhängen scheint...

Gejagt von den Handlangern eines unbekannten Feindes und heimgesucht von Schreckbildern seiner Vergangenheit, versucht Peter Bernward die wehrlosen Opfer zu retten und bringt sich dabei selbst in die Gefahr, das zu verlieren, was ihm am meisten bedeutet.



Die tschechische Ausgabe von DIE SCHWARZEN WASSER VON SAN MARCO, erschienen bei Bastei Moba.



Wer die Leiter hält, ist so schuldig wie der Dieb.
Deutsches Sprichwort.



Leseprobe

Er wusste nicht, wie lange er schon am Ufer stand.
Es war nicht von Bedeutung.
Nur eines zählte: das Unglück, das er über seine Familie gebracht hatte.
Das Wasser, das mit trägen Bewegungen gegen das Schilf schlug, war beinahe klar; nur der Sand, den die Wellen vom Grund hoben und der zwischen den Klingen der Schilfhalme schwebte, trübte es leicht. Es roch nach Salz, sterbenden Pflanzen und totem Getier, kaum anders als wenn man in der Abenddämmerung am Arsenal entlangging und eine von San Michele her wehende Brise den Geruch nach heißem Pech, geschnittenem Holz und fauligem Brackwasser in die Gassen der Stadt verdrängte. Doch das Arsenal war weit entfernt, südwärts, durch das Kanalgewirr von Murano, zwei oder drei Stunden für den geschickten Ruderer einer gondola und weit aus länger für jemanden mit einem schwerfälligen sàndolo.
Was ihn betraf, hätte das Arsenal am anderen Ende der Welt sein können und die Stadt mit ihm.
Halb im Schilf versteckt, unter den tief hängenden Ästen einer Weide, lag der sàndolo, mit dem er hergekommen war. Libellen tanzten darüber und schossen mit pfeilschnellen Bewegungen über den lang gezogenen Rumpf, landeten und starteten auf den gekreuzten Rudergriffen. Durch den Spalt im Boden des Boots sickerte langsam das Wasser. Noch lag es nicht viel tiefer, aber die Axt, mit der er das Leck in das Boot geschlagen hatte, war bereits versunken.
Er starrte in die Bucht hinaus und dachte an seine Schwäche, daran, dass das alles nicht passiert wäre, wenn er nur einmal versucht hätte, seine Gefühle zu beherrschen.
Das Wasser erwartete ihn.





 
Top