Richard Dübell

Gestatten Sie mir, dass ich mich Ihnen vorstelle:

Mein Name ist Richard Dübell.

Ich wurde im Oktober 1962 geboren und lebe mit meiner Familie in der Nähe von Landshut, meiner Geburtsstadt. Das bedeutet (sollten Sie diese Seite von jenseits der Donau lesen), dass ich Niederbayer bin. Verzagen Sie nicht, ich bin mir durchaus bewusst, dass ich für diesen großen Vorteil nichts kann.


Meine ersten Versuche, Geschichten auf Papier zu bringen, begannen im Rahmen meiner Begeisterung für Science Fiction. Perry Rhodan und seine Mitstreiter hatten mich so fest im Griff wie ein halutischer Preisringer. Ich verfasste Kurzgeschichten und gewann tatsächlich zweimal den ersten Preis in verschiedenen Wettbewerben. Dies brachte mich in Kontakt mit dem Fandom, und für die nächsten Jahre hatte ich als Autor, Grafiker und Mitglied des Redaktionsteams für diverse Magazine (darunter auch das hervorragende CAPRICORN) genügend Beschäftigung.

Mein Lob für CAPRICORN ist im Übrigen nicht nur davon motiviert, dass ich die Spezialausgabe Nr. 3 ganz allein mit meinen Grafiken und Geschichten bestreiten durfte. Die Herausgeber, Hans und Monika Herrmann, und ihr Produkt waren echte Glanzpunkte am Sternenhimmel des SF-Fandoms.






Wie es einigen Begeisterungen der Teenager-Zeit geht, so ging es auch meinem ersten Leben als Autor: es verblasste vor der Realität von Schulende, Berufsanfang, Fortbildung und ersten Karriereschritten. Um 1995 herum meldete es sich jedoch wieder zurück. In der langen Pause hatte sich mein Interesse von SF vollkommen weg- und in die genau entgegengesetzte Richtung bewegt: hin zur Historie. So lag es für mich nahe, dass ich mich mit dem Versuch, einen Roman zu schreiben, dem historischen Genre verschreiben würde.

Es entstand DIE ÄUSSEREN UMSTÄNDE DER SÜNDE, die fünfhundert Seiten lange Geschichte von Raymond, der versucht, für den kommenden Winter einen neuen Gönner zu finden und dabei an einen skrupellosen Bischof mit einigen Leichen im Keller gerät. Diese (und einige meiner nachfolgenden) Geschichte war stark von der Arbeit des von mir verehrten Raymond Chandler inspiriert, quasi ein historischer Kriminalroman der Schwarzen Serie – wobei ich hoffte, mit Thema und Handlung weit über den typischen historischen Krimi hinaus zu gelangen. Meine Bemühungen wurden postwendend belohnt – alle von mir kontaktierten Verlage lehnten das Manuskript ab.

Dennoch war die Arbeit daran nicht umsonst. Sie brachte mich mit dem nymphenburger Verlag in München in Verbindung, wo man zwar mein Manuskript verschmähte, an meiner Art zu schreiben jedoch Gefallen fand. So entstand mein zweiter geschriebener und erster veröffentlichter Roman: Der Tuchhändler.

Mittlerweile bin ich bei der Verlagsgruppe Lübbe unter Vertrag, was ich nicht zuletzt meiner Agentin Anke Vogel (www.ankevogel.de) verdanke. Sie ist für mich aber viel mehr als nur jemand, der mir meine Verträge besorgt – sie ist Sparringspartnerin für erste Buchideen, Anlaufstelle für ratlose Fragen und ganz allgemein eine gute Freundin, mit der beim Italiener um die Ecke Essen zu gehen für mich immer eine Freude ist. 

Und weil es sich im Team immer besser arbeitet als allein - auch als Autor! - habe ich die Organisation meiner Buchpräsentationen, Lesungen und Promotions ebenfalls abgegeben: an die Agentur "Events für Autoren" von Christine Pongratz. 

In Landshut sieht man mich von Zeit und Zeit spätabends mit einer Schar von Kindern oder Erwachsenen durch die Stadt ziehen, die alle mit Fackeln ausgerüstet sind. Das sind jedoch keine heidnischen Beschwörungsrituale (oder die niederbayerische Variante der nächtlichen Innenstadtbeleuchtung), sondern meine Fackel-Stadtführungen, die sich äußerster Beliebtheit erfreuen. Ich selbst bin daran erkennbar, dass ich ein historisch authentisches Gewand trage und an den Stellen, an denen der Autoverkehr noch nicht aus der Landshuter Innenstadt verbannt worden ist, gegen die Reifenquietscher und Motorenaufheuler anbrülle, mit denen ein gewisses Autofahrerklientel seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe bekämpft.

Meine Heimatstadt hat mir übrigens im Jahr 2003 den Kulturförderpreis verliehen und mir 2006 die zehnte Folge der jährlichen Literaturtage gewidmet. Darauf bin ich mächtig stolz!